Logo German Tourist Marketing, Tourism Development and Tourism Marketing
Blogpost Tourismuskonzeption, Titelbild

Tourismuskonzeption – eine Definition

Das Ziel der Tourismusentwicklung ist es, die Attraktivität von Destinationen oder Tourismusunternehmen zu steigern und dadurch mehr Touristen anzuziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Tourismuskonzeption erforderlich.

Jedes Tourismusunternehmen bzw. jeder Leistungsträger verfolgt primär sein eigenes Ziel. Dennoch sind meist nicht einzelne Leistungsträger, wie ein Hotel oder eine Touristenattraktion, das Ziel von Reisenden. Vielmehr sind sie Teil eines Leistungsbündels aus Unterkunft, Verpflegung, Infrastruktur Freizeitangeboten etc., das von Reisenden als eine Einheit wahrgenommen wird. Deshalb ist es für jedes einzelne Tourismusunternehmen wichtig, einem individuellen Plan zur Tourismusentwicklung zu folgen. Im Leistungsbündel einer Destination ist es jedoch mindestens genauso wichtig, auf ein gemeinsames Ziel einer übergreifenden Tourismuskonzeption hinzuarbeiten und Synergieeffekte zu nutzen.

Basis der Tourismusentwicklung ist eine Tourismuskonzeption, die auf Grundlage einer umfassenden Situationsanalyse Entwicklungspotentiale aufzeigt. Die Vorgehensweise bei der Erstellung einer Tourismuskonzeption lässt sich wie folgt gliedern:

1. Durchführung einer umfassenden Situationsanalyse.

Diese beinhaltet:

  1. Umfeldanalyse: Untersucht werden die allgemeinen Rahmenbedingungen, in denen sich die Destination bzw. das Tourismusunternehmen bewegt.
  2. Marktanalyse: Bei der Marktanalyse wird der für das Unternehmen relevante Markt untersucht, beispielsweise der Markt für Wandertourismus oder vegane Ernährung.
  3. Wettbewerbsanalyse inkl. Benchmarkanalyse: Die Wettbewerbsanalyse zeigt die Intensität des Wettbewerbs und die Charakteristika der Wettbewerber auf. Mit Hilfe einer Benchmarkanalyse wird ein Vergleich mit dem wichtigsten Konkurrenten hergestellt.
  4. Bestands- und Potentialanalyse: Der aktuelle Ist-Zustand der Destination bzw. des Tourismusunternehmens wird objektiv dokumentiert, um schlummernde Ressourcen aufzudecken. Dazu werden folgende Bereiche untersucht:
    1. Angebot: Es wird festgestellt, welches Angebot bzw. welche Infrastruktur mit welcher Kapazität bereits verfügbar ist.
    2. Nachfrage: Hier werden die derzeitigen Besucher unter die Lupe genommen. Es wird geschaut, wer sie sind und woher sie kommen. Fehlen entsprechende Daten, empfiehlt sich die Durchführung einer Besucherbefragung. Damit können außerdem die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste eruiert werden. Wird das Angebot auch von den Bürgern genutzt, kann eine Bürgerbefragung ebenfalls sinnvoll sein.
    3. Marketing: Die aktuelle Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik werden beschrieben.
    4. Organisation: Die Struktur der Destionation bzw. des Tourismusunternehmens sowie die Finanzierung werden ebenfalls dokumentiert.
  5. SWOT-Analyse: Mit Hilfe der SWOT-Analyse werden die Ergebnisse der Situationsanalyse zusammengeführt und interpretiert. Stärken (strengths) und Schwächen (weaknesses) der Destination bzw. des Tourismusunternehmens in Bezug auf den Markt und das Umfeld werden analysiert und Chancen (chances) und Risiken (risks) abgeleitet.
Blogpost Tourismuskonzeption, Situationsanalyse

2. Erstellung eines touristischen Leitbildes.

Dazu gehören:

  1. Zieldefinition: Sowohl quantitative als auch qualitative Ziele werden definiert. Dabei ist auf eine „smarte“ Formulierung der Ziele zu achten, was bedeutet, dass diese spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein müssen.
  2. Zielgruppendefinition: Die zu bearbeitenden Zielgruppen und Quellmärkte werden festgelegt, auf die das Angebot und das Marketing ausgerichtet werden sollen.
  3. Angebotsstrategie: Das konkrete Angebot und die Infrastruktur müssen definiert werden. Der zunehmende Wettbewerb und die Globalisierung machen es hierbei erforderlich, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, welches eine eindeutige Abgrenzung gegenüber der Konkurrenz erlaubt und das eigene Angebot unverwechselbar macht.
  4. Markenstrategie: Aufgrund der Immaterialität des Tourismusprodukts kommt der Imagebildung und dem Markenaufbau eine besondere Bedeutung zu. Durch diesen Ersatzindikator für die Qualität des Produkts, wird ein Vertrauensverhältnis zum Kunden aufgebaut. Wichtig für eine funktionierende Markenstrategie ist, basierend auf dem Alleinstellungsmerkmal der Angebotsstrategie, eine einzigartige Positionierung aufzubauen, die sich von der Positionierung der Konkurrenz unterscheidet.
  5. Kooperationsstrategie: Es werden strategische Partnerschaften ermittelt, die sich positiv auf den Umsatz oder die Kosten des Tourismusunternehmens auswirken können.
Blogpost Tourismuskonzeption, Touristisches Leitbild

3. Ausarbeitung eines konkreten Aktionsplans.

Dieser beinhaltet:

  1. Handlungsfelder: Aus den zuvor festgelegten Zielen und Strategien werden die zu bearbeitenden Handlungsfelder abgeleitet.
  2. Projekte: Die einzelnen Handlungsfelder werden in Projekten konkretisiert und damit das weitere Vorgehen festgelegt.
    1. Maßnahmen: Erforderliche Maßnahmen zur Erreichung des jeweiligen Projektziels werden definiert.
    2. Verantwortlichkeiten: Es wird festgelegt, wer für ein Projekt verantwortlich ist.
    3. Priorisierung: Zudem werden die einzelnen Projekte entsprechend ihrer Bedeutung priorisiert und terminiert.
Blogpost Tourismuskonzeption, Aktionsplan

Wie bei der Angebotsstrategie erwähnt, führen der steigende Wettbewerbsdruck und die Globalisierung zu einer Fokussierung von Destinationen und Tourismusunternehmen auf einen eindeutig gegenüber der Konkurrenz abzugrenzenden Wettbewerbsvorteil. Das ist jedoch längst nicht alles. Eine weitere Konsequenz ist die Internationalisierung des Angebots.

Sie möchten Ihre Destination bzw. Ihr Tourismusunternehmen weiterentwickeln? Kontaktieren Sie mich! Gerne helfe ich Ihnen mit meiner strukturierten Arbeitsweise und meinen kreativen Ideen bei der Erstellung Ihrer Tourismuskonzeption.

Menü